Insektenkunde
Steinfliegen (Plecoptera)


Bestimmungsschlüssel für Imagines

Die Äderung der Flügel ist ein wichtiges Merkmal bei der Bestimmung  von Steinfliegen-Imagines. Die Benennung der einzelnen Adern ist in der Bestimmungsliteratur leider nicht einheitlich. Für den hier wiedergegebenen Schlüssel sind die Aderbezeichnungen der beiliegenden Abbildung zu entnehmen.
 

1

Schwanzanhänge (Cerci) kurz, nicht länger als die breiteste Stelle des Pronotums, aus 8 oder 9 Gliedern bestehend 2

-

Cerci lang, aus zahlreichen Gliedern bestehend

 



9


2


Alle 3 Tarsalsegmente von etwa gleicher Länge

 


Taeniopterygidae
3


-

Zweites Tarsalglied deutlich kürzer als das dritte

       



5

3

Cubitalader Cu1 im Vorderflügel teilt sich nur in 2 Äste auf

4

-

Cubitalader Cu1 im Vorderflügel teilt sich in 3 bis 4 Äste auf

 


Taeniopterygidae
(Brachyptera)

4

Im Vorderflügel keine Transversaladern zwischen Costa und Subcosta in der Nähe ihrer Verbindungsstelle


Taeniopterygidae
(Taeniopteryx)

-

Im Vorderflügel zwei oder drei Transversaladern zwischen Costa und Subcosta in der Nähe ihrer Verbindungsstelle

 


 


Taeniopterygidae
(Rhabdiopteryx)

5

3 Queradern im Cubitalfeld des Vorderflügels 


Capniidae
(Capnioneura)

-

Mehr als 3 Queradern im Cubitalfeld des Vorderflügels 

 


 


6

6

In beiden Flügeln bilden die Queradern im Bereich des Radiussektors eine X-förmige Zeichnung. Flügel in Ruhestellung flach über dem Hinterleib liegend.

Nemouridae
7

-

Keine X-förmige Zeichnung im Bereich des Radiussektors;. Flügel in Ruhestellung in Form eines Halbzylinders um den Hinterleib gerollt.

 


Leuctridae

7

An der Unterseite des Prothorax sind Überreste der Kiemen des Larvenstadiums vorhanden


8

-

Keine Überreste von Kiemen an der Unterseite des Prothorax vorhanden

 



Nemouridae
(Nemoura und Nemurella)

8

Kiemenreste in Form von 3 Paaren schlauchförmiger Anhänge


Nemouridae
(Protonemura)

-

Reste der ehemals fadenförmigen Kiemen zusammengeklebt; als 2 weißliche Ansammlungen erkennbar

 



Nemouridae
(Amphinemura)

9

3 Queradern im Cubitalfeld des Vorderflügels;
Körperfarbe schwarz 


Capniidae
(Capnia)

-

Mehr als 3 Queradern im Cubitalfeld des Vorderflügels 

 



10

10

Analfeld des Hinterflügels klein, mit nur 2 Adern;
Körperfarbe gelb

Chloroperlidae

-

Analfeld des Hinterflügels groß, mit mehr als 2 Adern

 


11

11

Zwischen Costa (C) und Radius (R1) im Vorderflügel nur eine, selten zwei Queradern 

Perlodidae
(Isoperla)

-

Mehr als zwei Queradern zwischen Costa (C) und Radius (R1) im Vorderflügel

 



12

12

Im Vorderflügel ist die radiale Querader rs die einzige Querader zwischen Radius R1 und Radiussektor R2


13

-

Im Vorderflügel sind zusätzlich zu rs ein oder mehrere Queradern zwischen Radius R1 und Radiussektor R2 vorhanden

 



15

13

Im Vorderflügel befindet sich um die radiale Querader rs ein nebelartiger Fleck

Perlodidae
(Isogenus)

-

Ohne nebelartigen Fleck um Querader rs im Vorderflügel

 


14

14

Im Cubitalfeld des Hinterflügels befinden sich 2 oder 3 Queradern


Perlidae
(Dinocras)

-

Im Cubitalfeld des Hinterflügels sind keine Queradern vorhanden

 



Perlidae
(Perla)

15

Im Vorderflügel verlaufen die radiale Querader rs und die radio-mediale Querader rm nahezu in einer Geraden


Perlodidae
(Dictyogenus)

-

Im Vorderflügel liegen die Ansatzpunkte von rs und rm auf dem Radiussektor zueinander versetzt

 



Perlodidae
(Perlodes)
 

Bestimmungsmerkmale

Äderung der Flügel

Die Costa C bildet den Vorderrand des Flügels. Die dahinterliegende Subcosta Sc besitzt zwei Äste, wobei der Ast Sc2 auf einem Teil seiner Länge mit der nachfolgenden Ader R1 verschmolzen ist. Diese ist der vordere Ast des Radius R, dessen hinterer Ast vom Radiussektor Rs gebildet wird. Rs teilt sich weiter in die Äste R2+3 und R4+5, die bei ursprünglichen Insekten jeweils noch einmal geteilt waren. Die Media M teilt sich in die beiden Äste M1+2 und M3+4. Der Cubitus Cu besitzt ebensfalls zwei Äste Cu1 und Cu2, wobei Cu1 oftmals noch weiter verzweigt ist. Diese Äste tragen die Bezeichnungen Cu1a, Cu1b usw.. Der untere Teil des Flügels schließt mit den Analadern 1A, 2A und 3A ab, die sich ebenfalls noch verzweigen können.

Zusätzlich zu diesen Adern existieren einige Queradern, welche für die Bestimmung von Bedeutung sein können. Es sind dies in erster Linie die radiale Querader rs und die radio-mediale Querader rm.


siehe auch

Bestimmungsschlüssel für Insektenlarven
Bestimmungsschlüssel für Larven der Steinfliegen
Bestimmungsschlüssel für Larven der Eintagsfliegen
Bestimmungsschlüssel für Imagines der Eintagsfliegen
Bestimmungsschlüssel für Imagines der Köcherfliegen

Saprobienindex
Indikatororganismen

Home
©  Jürgen Gaul, 2005, all rights reserved - please don't copy without permission
Letzte Aktualisierung: 08.April 2005